Ein gutes Leben für alle – Wege zu einer Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen

Der Verbrauch von Ressourcen, die Zerstörung von Lebensräumen und der Ausstoss von Schadstoffen sind seit der Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise exponentiell gestiegen. Die Klimakrise, die Abholzung der Tropenwälder und die Plünderung der Meere zeigen deutlich: Mit der Art, wie wir Menschen heute leben, zerstören wir unsere eigenen Lebensgrundlagen. Mit einer Wirtschaft, die in den letzten Jahrzehnten vorwiegend auf materiellem Wachstum basierte, sind wir an die Grenzen unseres Planeten gestossen.


Doch in welche Richtung sollen sich Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln, global gesehen? Was sollen unsere Ziele sein? Der WWF Schweiz plädiert für «ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen». Gute Gesundheit, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten, die Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben sowie eine erfüllende Arbeit sind für viele Menschen wichtiger als materieller Wohlstand – sobald sie ein gewisses Minimum erreicht haben, mit dem sie ihre Grundbedürfnisse befriedigen können. Die Sustainable Development Goals SDG der Vereinten Nationen haben im Wesentlichen diese Aspekte im Fokus. Sie sind auch für den WWF massgebend.



Drei Schritte und elf Handlungsfelder zur Wirtschaft in den planetaren Grenzen


Und wie kommen wir dahin? Der WWF Schweiz hat zu dieser Frage soeben das Diskussionspapier «Wege zu einer Wirtschaft innerhalb der planetaren Grenzen» veröffentlicht. Darin präsentiert der WWF ein einfaches Denkmodell und elf Handlungsfelder.


Das Modell beinhaltet drei wesentliche Schritte (siehe Figur): technische Innovation (Effizienz und Konsistenz), Massnahmen auf der Verhaltensebene (Suffizienz) sowie Massnahmen zur Sicherung wichtiger gesellschaftlicher Errungenschaften (System-Innovation).


Die Handlungsfelder decken das ganze Spektrum der drei Schritte ab, sie reichen von «Weltweit Umweltabgaben einführen und umweltschädliche Subventionen abschaffen» über «Unternehmensziele auf Nachhaltigkeit ausrichten und den Wachstumsdruck von Unternehmen nehmen» bis hin zu «Arbeits- und Lebensmodelle weiterentwickeln». Zu jedem Handlungsfeld werden Beispiele vorgestellt, bei denen die vorgeschlagene Lösung bereits getestet oder umgesetzt wurde.


Das Papier hat bewusst die grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge im Blick. Die einen mögen die aufgebrachten Vorschläge als zukunftsgerichtet und visionär beurteilen, andere wiederum als utopisch und weltfremd. Aber das Bild und das Ziel einer aus Sicht des WWF «idealen Welt» vor Augen helfen dabei, die wichtigen Fragen zu stellen und diejenigen Wege zu finden, die langfristig Erfolg versprechen.










Ion Karagounis, WWF Schweiz, verantwortlich für neue Wirtschaftsmodelle und Zukunftsfragen; Publizist, www. karagounis.ch