FAIR'ACT: Die Plattform für eine verantwortungsvolle und ethische Mode

Wie entstand die Idee von FAIR'ACT?

Vinca: "Die Vereinigung wurde vor fünf Jahren im Anschluss an einen WWF-Kurs gegründet. Am Anfang war es ein Studienprojekt mit fünf Personen, von denen drei noch dabei sind. Die Idee war, den Endverbraucher anzusprechen, um ihn auf die aktuelle Situation im Bereich der Mode aufmerksam zu machen und Alternativen vorzuschlagen, mit denen er weniger und besser konsumieren kann.

Was ist das Konzept von FAIR'ACT?

FAIR'ACT stammt aus der englischen Sprache:

Fair = gerecht (fair konsumieren), Act = handeln (erwerben, pflegen, weitergeben).

Unsere Ziele sind die folgenden:

1. Informieren über die Auswirkungen der Mode aus ökologischer und gesellschaftlicher Sicht

2. Sensibilisierung für negative Auswirkungen

3. Lösungsvorschläge in 3 Schritten:

  • Erwerben

  • Pflegen

  • Weitergeben

FAIR'ACT besteht aus 6 Freiwilligen, die über eine Plattform arbeiten, die wie eine Website funktioniert.


Was macht FAIR'ACT konkret?

Vinca: "Ziel der Plattform ist es, Informationen über die ökologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Modeindustrie bereitzustellen. Sie schlägt konkrete Lösungen vor, wie die Veröffentlichung einer Karte der Romandie, auf der die Adressen von Secondhand- und ethischen Modegeschäften verzeichnet sind.

Der Verein hat im vergangenen Frühjahr auch eine Wanderausstellung in der Bibliothek von Vevey organisiert. Sie wird derzeit in Delémont in Schulen gezeigt. Diese Ausstellung vermittelt Informationen, die denen der Website ähneln. Wir haben uns für einen spielerischen und sensorischen Ansatz entschieden, mit unterschiedlichen Textilien zum Anfassen, Flaschen mit bunten Farben zum Anschauen und praktischen Upcycling-Ratgebern zum Durchblättern.

Was ist die Vision der Assoziation?

Vinca: "Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich in der Westschweiz für die Auswirkungen der Mode zu sensibilisieren und ihr Verhalten zu ändern, um zu einer verantwortungsvolleren Mode zu gelangen. Weg vom manchmal zwanghaften Konsum von Mode, hin zu einem überlegteren Umgang.


Was sind laut FAIR'ACT die richtigen Verhaltensweisen, die man sich aneignen soll?

Vinca: "Der Gang zu Second-Hand-Läden ist zum Beispiel ein sehr guter erster Ansatz. Um einen Schritt weiter zu gehen, laden wir die Menschen ein, sich vor dem Einkaufen die folgenden Fragen zu stellen:

  • Brauche ich dieses neue Kleidungsstück wirklich?

  • Habe ich das gleiche Kleidungsstück nicht schon in meinem Kleiderschrank?

  • Warum gehe ich heute einkaufen? Ist es, um eine Art Leere zu füllen, weil ich mich gestresst fühle? Oder fällt sie in eine Dimension des Vergnügens?


"Bevor ich mir etwas Neues kaufe, schaue ich in meinem Kleiderschrank nach und denke: Habe ich das gewünschte Kleidungsstück nicht schon?"

Was ist das Ziel von FAIR'ACT?

Vinca: "Das Ziel ist es, Verhaltensweisen, die manchmal zwanghaft sein können, mehr zu hinterfragen. Der Gedanke des Vergnügens bleibt dabei erhalten. Die Suche nach dem richtigen Kleidungsstück wird zu einer Art fröhlicher Schatzsuche. Neben der ästhetischen Dimension geht es auch um die Suche nach Qualität, um das Verständnis der Herkunft, der Herstellungsmethode usw... Der Komfort des Kleidungsstücks ist auch mitverantwortlich für die Haltbarkeit des Kleidungsstücks, denn wenn wir uns in einem Kleidungsstück wohlfühlen, werden wir es länger tragen und besser pflegen. Wenn wir qualitativ hochwertige Kleidung besitzen, können wir ihr über Secondhand-Netzwerke ein zweites Leben geben, wenn wir sie entsorgen.


Erzähl uns von Deinem persönlichen Umgang mit Second Hand

Vinca: "In meiner Familie haben wir immer hochwertige neue Kleidung gekauft. Als wir sie nicht mehr brauchten, haben wir sie verkauft, nicht aus finanziellen Gründen, sondern um zu vermeiden, dass wir zu viele Kleidungsstücke in unseren Schränken haben.

Mit 18 liebte ich Marken, aber ich konnte sie mir nicht leisten. Dann entdeckte ich, dass ich sie "gebraucht" kaufen konnte. Das ökologische Denken kam später.


Eine Trendbewegung in der Mode...

Vinca: "Wir fördern auch das Upcycling. Verwenden Sie ein vorhandenes Kleidungsstück, das Ihnen gefällt, um es zu verwandeln. Ein alter Kaschmirpulli kann zum Beispiel zu einem Schal werden. Sie können das selbst machen oder eine Näherin beauftragen.