Kaputt und geliebt? Handwerker reparieren Lieblingsstücke

Der Reparaturführer – Eine Kooperation von Städten, Gemeinden und Kantonen

«Dating-Plattform für deine zerbrochenen Lieblingsstücke» nennt das Team seinen Reparaturführer. Denn es gibt Dinge, die man so sehr ins Herz schliesst, dass man es nicht schafft, sie wegzuwerfen, selbst wenn sie kaputt gehen. Sei es die Gitarre aus Vaters Jugend, die perfekt sitzende Lieblingsjeans oder ein gerade erst gekaufter Föhn. Zu gut zum Entsorgen!

Hier kommt der Reparaturführer zur Hilfe.

Für Papas kaputtes Musikinstrument findest du online unter Eingabe des passenden Stichworts (z. B. «Gitarre») mögliche Reparaturwerkstätten auf einer Karte. Parallel dazu sammelt und bietet der Reparaturführer auf seinem Blog hilfreiche Tipps, Tricks und Anleitungen, um kaputte Gegenstände selbst wieder in Stand zusetzen. Wer leidenschaftlich gerne tüftelt, werkelt und repariert, ist willkommen diese Fertigkeiten mittels Reparaturführer anzubieten.

Eine lange Geschichte

Der erste Reparaturführer, damals noch in gedruckter Form, wurde bereits im Jahr 1996 veröffentlicht. Initiiert hatten das Projekt die Städte Bern und Thun. Über die Jahre löste eine Website die gedruckte Broschüre ab. Immer mehr Städte wollten Teil des Reparaturführer-Projekts werden und so entstand 2018 ein Verein. Dieser wuchs stetig weiter und das Ziel, den Reparaturführer schweizweit anzubieten, wurde immer greifbarer. Seit 2019 ist sein Angebot in allen Sprachregionen der Schweiz vertreten. Mit mittlerweile über 1’900 Reparaturwerkstätten, die ihre Fähigkeiten auf der Webseite anbieten. Die Palette der Reparaturleistungen ist breitgefächert und reicht von Dächern über Hörgeräte bis hin zu Pferdesätteln oder Rudergeräten.

Rezept des Erfolgs

Der Reparaturführer bietet gleich mehrere Lösungen auf einmal. Er trägt den Nachhaltigkeitsgedanken, denn was ist schon umweltfreundlicher als Abfallvermeidung durch Reparieren? Zusätzlich unterstützt das Projekt lokales Gewerbe und fördert Reparaturdienste. Durch den Blog tauschen Menschen ihr Wissen aus und erhalten Anregung zum kritischen Umdenken und zu einer abfallvermeidenden Verhaltensänderung. So setzt der Reparaturführer sein Motto «Reparieren statt wegwerfen» auf ganzer Linie in die Tat um.