KREIS- Haus - Wie sich beim Wohnen der Kreis schliesst

Nahe dem Zürichsee in Feldbach wird momentan ein ganz spezielles Haus gebaut – das so genannte KREIS-Haus. Devi Bühler, die Projektleiterin, erzählt uns mehr darüber.


Was steckt hinter dem Namen “KREIS-Haus”?

Devi: «KREIS-Haus» steht für Klima und Ressourcen-Effizientes Suffizienz Haus. Wir befinden uns mitten im Bau eines Hauses, das ökologisch, suffizient und klimaneutral ist. Emissionen, die durch das Bauen und Wohnen entstehen, werden auf einem Minimum gehalten und Ressourcenkreisläufe geschlossen. Denn Wohnen ist einer der Bereiche, der die Umwelt am stärksten belastet. So bestehen beispielsweise die heutigen Häuser zu einem hohen Teil aus Sondermüll. Wir müssen also dringend die Art, wie wir bauen und wohnen ändern. Diese Änderung wollen wir mit unserem Projekt «KREIS-Haus» anstossen.»


Wie kann ich mir den Aufbau des Hauses vorstellen?

Das KREIS-Haus von innen

Devi: «Das Haus ist zwar «nur» etwa 40m2 gross, soll aber auf dieser Fläche alles bieten, was 2 Personen zum Wohnen benötigen und wünschen. Entwickelt wurde das Haus mit dem Grundgedanken eines geschlossenen Ressourcenkreislaufs. So ist das Baumaterial, wenn immer möglich, lokal, ökologisch und rezyklierbar. Wir verwenden beispielsweise Glaselemente, die aus Glasabfällen zurückgewonnen wurden. Das Haus hat einen Wintergarten, der dank integrierter Solaranlage als Stromproduzent dient und eine zusätzliche Wärmeisolation für das Haus bietet. Er dient zudem als Treibhaus, um Gemüse anzubauen und er kann als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden. Die Trocken-Trenn-Toilette im Haus spart Wasser und aus den Ausscheidungen/gesammelten Material lässt sich mit sicheren Ausbereitungsverfahren Dünger für den eigenen Gemüseanbau auf dem Dachgarten gewinnen. Leicht verschmutztes Abwasser von Bad und Küche kann zudem im Haus selbst aufbereitet und für die Bewässerung des Dachgartens verwendet werden.»


Was macht ihr mit dem Haus, wenn es fertig gebaut ist?

Devi: «Im August ist die Eröffnung des KREIS-Hauses. Von da an können 4 Tage pro Woche Leute darin übernachten. An den 3 weiteren Tagen werden Führungen und Workshops angeboten. Momentan gibt es bei den Übernachtungen bereits eine Warteliste, das Interesse der Menschen an unserer Idee ist sehr gross. Für uns ist wichtig zu wissen, ob das KREIS-Haus-Projekt die Besucher dazu verleitet, zukünftig nachhaltiger zu Handeln. Dies werden wir evaluieren.»




Welche Pläne und Visionen bestehen?

Devi: «Für mich ist das KREIS-Haus ein Labor, in dem wir Sachen testen und ausprobieren können. Es wäre toll, wenn wir die Erkenntnisse, die wir mit dem KREIS-Haus Projekt gewinnen, in einem grösseren Rahmen einsetzen könnten. So dass wir unsere Wirkung vergrössern und in der Gesellschaft eine positive Entwicklung im Bereich des nachhaltigen Bauens und Wohnens anstossen können. Wir sehen uns hier als Wissenslieferanten für Unternehmen, die nachhaltig bauen und wollen als Brücke dienen zwischen Theorie und Praxis.»



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