Wie lässt sich nachhaltige Entwicklung in Unternehmen integrieren?

Jérôme Kolly, Gründer und Leiter von Projets21 hat es sich zur Aufgabe gemacht, Unternehmen, die nachhaltige Entwicklung in ihre Strategie einführen wollen, zu unterstützen.


"Nachhaltigkeit ist nicht das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, sondern das Mehl."

Wer sind Sie und warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?


Jérôme: "Ich habe eine Ausbildung in Wirtschaft und Wirtschaftsinformatik und mehrere Jahre lang im Banken- und Spitalsektor tätig.


Im Jahr 2012 hatte ich das Bedürfnis nach einer sinnvolleren Tätigkeit. Daraufhin absolvierte ich an der SANU die Ausbildung zum Natur- und Umweltfachmann.


Die Kombination aus Wirtschaft, Informatik, Projektmanagement und Umwelt hat mich auf natürliche Weise zur nachhaltigen Entwicklung geführt. Im Jahr 2014 habe ich Projekts21 gegründet."


Was ist die Aufgabe von Projekts21?


Jérôme: "Die Aufgabe von Projekts21 ist es, nachhaltige Entwicklung in die Unternehmen zu integrieren. Zusammen mit meinem Partner Marco Bedoya begleiten wir Unternehmen dabei, eine nachhaltigere Strategie zu entwickeln und bei der Umsetzung der Projekte, die sich daraus ergeben.


Ganz konkret bieten wir Dienstleistungen zur Messung von CO2-Emissionen, Projekte zur Verringerung der Umweltauswirkungen, Begleitung bei der Umsetzung von Labels und Zertifikaten, Ansätze im Bereich Green IT usw. an. Wir sind stolz darauf, dass wir mehr als 50 Unternehmen begleiten und mehr als 80 Projekte durchführen konnten."


Können Sie uns ein Beispiel eines von euch geleiteten Projekts oder Transformation geben?


Jérôme: "Für einen unserer Kunden haben wir zunächst ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem eingeführt, das von einer externen Organisation zertifiziert wurde. Ganz zu Beginn dieser Zusammenarbeit ging es vorrangig um den Umweltaspekt, wobei der Schwerpunkt auf dem Teil "Infrastruktur" lag."


Damals sprachen wir vor allem über Mülltrennung, Gebäudeisolierung oder Energieeffizienz. Heute sind diese Themen immer noch aktuell, aber sie wurden durch zahlreiche andere Themen ergänzt, wie z.B. :

  • Lohngleichheit

  • Die Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Mahlzeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Ein Angebot zu günstigen Zinssätzen für die Finanzierung von langlebigen Gütern.

Im Laufe der Jahre hat sich die nachhaltige Entwicklung im gesamten Unternehmen ausgebreitet und ist heute Teil der DNA des Unternehmens."


Wie legen Sie eine Strategie und die zu erreichenden Ziele fest?


Jérôme: "Zunächst führen wir eine Bestandsaufnahme mithilfe spezifischer Instrumente und Referenzsysteme durch, insbesondere EcoEntreprise, Bcorp, die Quantifizierung der CO2-Emissionen des Unternehmens, eine GreenIT-Bewertung usw., die es uns ermöglichen, die Stärken und Verbesserungspunkte zu identifizieren.


Wir arbeiten mit den Vertretern/innen der Abteilungen zusammen und entscheiden gemeinsam, welche Maßnahmen wir umsetzen müssen, um die Auswirkungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit zu maximieren. Anschließend gehen wir in die Umsetzungsphase über".


Welche Ergebnisse und Fortschritte beobachten Sie?


Jérôme: "Sie sind vielfältig und hängen davon ab, für welche Maßnahmen sich das Unternehmen entschieden hat. Ich antworte mit zwei Beispielen:


  • Die Quantifizierung der CO2-Emissionen ermöglicht es, gezielte Maßnahmen zur Reduzierung zu ergreifen und auch einen auf Zahlen basierenden Dialog mit Mitarbeitern, Kunden oder auch Partnern zu eröffnen.


  • Die Einführung eines Nachhaltigkeitsmanagementsystems ermöglicht es, sich mit den besten Praktiken des Marktes zu vergleichen und vor allem einen roten Faden zu haben, um die verschiedenen Herausforderungen anzugehen. Wenn das System mit einem Label oder einer Zertifizierung versehen werden kann, wird es das Vertrauen der Stakeholder in das Unternehmen stärken."


Was raten Sie Unternehmen, die sich nachhaltiger gestalten wollen?


Jérôme: "Ich mag den Satz sehr:

"Nachhaltigkeit ist nicht das Sahnehäubchen auf dem Kuchen, sondern das Mehl."

Unsere Gesellschaft steht heute vor sehr großen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Frage ist nicht, ob man Nachhaltigkeit in sein Unternehmen integrieren sollte oder nicht, sondern vielmehr, wo man anfangen soll und was am relevantesten ist.


Das ist die Aufgabe von Projekts21, Prioritäten zu setzen und bei der Umsetzung zu helfen.

Mein Rat: Gehen Sie voran! Verwandeln Sie ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen in Chancen.

Wenn Sie sich zum Thema nachhaltige Entwicklung austauschen möchten, kontaktieren Sie uns oder nehmen Sie an unseren "Nachhaltigkeit Beratungscafés" teil, die wir ab Januar 2022 für Unternehmen anbieten werden."


Weitere Informationen zu Projekts21 unter: https://www.projets21.ch/