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Climate Justice

Vom ökologischen zum sozialen Problem

Der Begriff Climate Justice ermöglicht es, die Klimakrise nicht nur als ein ökologisches Problem zu definieren, sondern es auch als ethisches und politisches Problem zu betrachten. Im Bereich Klimagerechtigkeit werden die Auswirkungen der Klimakrise in Verbindung mit Konzepten der sozialen Gerechtigkeit gebracht. Es werden Gerechtigkeitsfragen wie Gleichheit, Menschenrechte, kollektive Rechte und historische Verantwortung für Klimaprobleme untersucht.


Gerechtigkeitsfragen werden schon länger in der internationalen Klimapolitik diskutiert, denn die negativen Auswirkungen der Klimakrise sind ganz unterschiedlich verteilt. Die ungerechte Verteilung der Auswirkungen ist zudem systematisch verankert. So gibt es unter anderem einen Zusammenhang zwischen Umweltverschmutzung und Rassismus in den USA: die Siedlungen, die von ärmeren Menschen bewohnt werden, liegen öfters näher an Quellen von Umweltverschmutzung – und selbst in der Schweiz gibt es diesen Trend. Zudem stammt ein Grossteil der Menschen, die unter den Klimaauswirkungen am stärksten leiden, aus den am wenigsten entwickelten Ländern. Damit verursachen sie selbst den kleinsten ökologischen Fussabdruck. Die reichen Industriestaaten tragen selten die Verantwortung, die sie sollten, und leiden momentan noch verhältnismässig wenig an den Klimafolgen.


Somit ist die Klimakrise auch ein Abbild der Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft. Verstärkt sich die Klimakrise, so wachsen mit grosser Sicherheit auch diese Ungerechtigkeiten und die Diskriminierung. Das Resultat: Die Armen der Welt werden von den Klimaauswirkungen weiterhin am stärksten betroffen sein. Climate Justice möchte dieses soziale Problem an den Wurzeln packen in dem Grossunternehmen, Entscheidungsträger, und vor allem die Industriestaaten gezwungen werden ihre Verantwortung zu tragen.

Die Schweiz spielt eine grosse Rolle

Trotz ihrer kleinen Fläche hat die Schweiz einen grossen ökologischen Fussabdruck und ist somit auf keinen Fall von der Diskussion um die Gerechtigkeitsfragen ausgenommen. Wenn es um Klimaauswirkungen geht, spielt die Schweiz vor allem in Sachen fossile Energien, Finanzmarkt und dem hohen Lebensstandard eine grosse Rolle. Denn die Energie in der Schweiz wird zu einem grossen Teil aus fossilen Energieträgern gewonnen. Es gibt keinen Ausweg vom Abschied aus den fossilen Energien und es ist auch an der Zeit, dass die Schweiz ihren Ausstieg an die Hand nimmt. Zudem finanziert die Schweizer Finanzbranche mit ihren Banken, Versicherungen und Pensionskassen weiterhin Firmen, die Kohle abbauen. Die Finanzbranche der Schweiz ist somit ein riesiger Sektor, der von der Schweiz aus die globale Klimakrise weiterhin finanziert und ankurbelt. Ausserdem haben die Schweizer:Innen einen überdurchschnittlich grossen ökologischen Fussabdruck von drei Planeten. Da in der Schweiz viele importierte Güter konsumiert werden, verursacht die Schweiz drei Viertel ihrer Umweltbelastung im Ausland.


Um in einer klimagerechten Welt zu leben, muss die Schweiz ihren Beitrag leisten und ihr System dringend so anpassen, dass keine anderen Menschen unter dem Wohlstand der Schweiz leiden müssen.


Schweizer Institutionen die sich für Klimagerechtigkeit engagieren

Der Begriff Climate Justice ist mittlerweile weit verbreitet und es wird in Zusammenhang mit der Klimakrise schon lange nicht mehr nur von einem Umweltproblem gesprochen. Es gibt mittlerweile einige Institutionen, die sich für Klimagerechtigkeit in verschiedenen Bereichen einsetzen. Zum Beispiel:

Zusätzlich ist Climate Justice ein generationenübergreifendes Thema und Bewegungen und Vereine wie Fridays for Future und die KlimaSeniorinnen widerspiegeln das.

 

Weitere Unterlagen zu diesem Thema findest du hier:


🎥 Videos

📃 Artikel, Studien und Literatur

🎧 Podcasts


🎥 Das kurze YouTube video erklärt Climate Justice


🎥 Der Ted Talk von Mary Robinson


📃 Ein Bericht der UN- Menschenrechte zu Menschenrechte und Umwelt file:///C:/Users/cmy/Downloads/Safe_Climate_Report%20(1).pdf


📃 Die Publikationen von CIEL (Zentrum für Internationales Umweltrecht)


📃 Der BBC News Artikel zu Calls for Climate Justice


📃 Das Buch Klimagerechtigkeit und Klimaethik von Angela Kalhoff


Institutionen/Bewegungen


Im Rahmen dieses Artikels wurde mit Sébastien Duyck, Leitender Anwalt und Manager für Menschenrechts- und Klimakampagnen beim Zentrum für Internationales Umweltrecht (CIEL) gesprochen.