Erzählungen, die zum Handeln motivieren: Strategischer Impact Reflection Circle 2025
- One Planet Lab

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Der Strategic Impact Reflection Circle (SIRC) ist ein Format des One Planet Lab, das sich an Partner:innen und Pilotprojektleiter:innen richtet, die vom One Planet Lab unterstützt werden. Ziel des SIRC ist es, Diskussionen über systemische Veränderungen und kollektive Wirkung anzuregen. Grundlage dafür sind die Erfahrungen der Projektleiter:innen aus ihrer Praxis. In diesem Jahr rückten zwei zentrale Hebel der systemischen Transformation in den Mittelpunkt der SIRC‑Sessions: einerseits Machtverhältnisse und neue Allianzen, andererseits Narrative und die Fähigkeit, attraktive Zukunftsbilder zu entwickeln.

Der Gedanke hinter dem SIRC
Der Strategic Impact Reflection Circle (SIRC) ist ein Format des One Planet Lab, das sich an Partner:innen und Pilotprojektleiter:innen richtet, die vom One Planet Lab unterstützt werden. Ziel des SIRC ist es, Diskussionen über systemische Veränderungen und kollektive Wirkung anzuregen. Grundlage dafür sind die Erfahrungen der Projektleiter:innen aus ihrer Praxis. Zudem werden die Interaktionen und Wechselwirkungen zwischen Akteur:innen beleuchtet, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft prägen.
In einer Phase zunehmender Klimakrisen und schwindenden Vertrauens in Institutionen rückte eine zentrale Frage ins Zentrum: Wie können wir Widerstand leisten und über Nachhaltigkeit und Suffizienz so sprechen, dass wir verbinden statt polarisieren?
Um dieser Frage nachzugehen, orientierten sich die SIRC‑Sessions an zwei komplementären Leitfragen. Dabei standen sowohl die strukturellen Hebel der Transformation als auch die mobilisierende Kraft von Narrativen im Fokus:
Session 1: Wie können wir gemeinsam bestehende Machtverhältnisse hinterfragen, Resilienz stärken und unsere Lösungen aus der „Nische“ holen, um sie – insbesondere durch neue Allianzen – in einem neuen Paradigma zu verankern?
Session 2: Wie können wir Suffizienz als zentrales Thema stärken, neue gesellschaftliche Narrative entwickeln und gemeinsam Zukunftsbilder entwerfen, die zum Handeln einladen?
Im Rahmen von zwei SIRC‑Sessions Ende 2025 hatten wir die Möglichkeit, diese Fragen gemeinsam mit Oliver Heimgartner (Kampagnenleiter) und Dr. Chris Pollard (Senior Researcher bei Climate Outreach), einer der europaweit anerkanntesten Organisationen im Bereich Klimakommunikation, zu diskutieren.
Das Ziel dieser Treffen war zweierlei: Einerseits die aktuelle Situation neutral zu analysieren, andererseits unsere kollektive Fähigkeit zu stärken, zu inspirieren und zu mobilisieren – und zwar rund um die Herausforderungen, die die Partner:innen des One Planet Lab-Netzwerks bewegen.
Widerstand: ein zentrales Thema in Zeiten multipler Krisen
Oliver Heimgartner betonte die Notwendigkeit, Allianzen zu schaffen, die eine breite gesellschaftliche Unterstützung geniessen. Im Kern geht es dabei um die Frage, wie Erzählungen, Rollen und Verantwortlichkeiten so gestaltet werden können, dass sie zur Teilnahme motivieren, anstatt Abwehrhaltungen hervorzurufen.

Seine Präsentation betonte zentrale Handlungsfelder, die bei der Organisation von Widerstand besondere Aufmerksamkeit erfordern: Mobilisierung, Zieldefinition, Strategien, Botschaften, Methodik, finanzielle Ressourcen sowie der politische Kontext.
Anschliessend stellte Chris Pollard drei zentrale Erkenntnisse aus seiner Forschung vor, die sich gut auf die Schweiz übertragen lassen:
Das Vereinigte Königreich ist eine Gemeinschaft naturverbundener Menschen, die sich für den Schutz ihrer Umwelt engagieren.
Das Vertrauen in politische und gesellschaftliche Institutionen nimmt ab, was die Beteiligung und Mobilisierung von Personen erschwert.
Klimaschutz leidet unter einer problematischen Wahrnehmung, die jedoch verbessert werden kann, wenn die Kommunikationsstrategien auf verschiedene Zielgruppen abgestimmt werden.
Narrative gezielt anpassen, um die Lust am Handeln zu wecken
Gerade dieser letzte Punkt ist für Akteur:innen im Bereich Nachhaltigkeit in der Schweiz besonders wichtig. Es gibt zwar zahlreiche Klimageschichten, doch sprechen sie die Menschen unterschiedlich an. Es gibt eine grosse Vielfalt an Klimanarrativen, aber nicht alle lösen bei den Menschen dieselbe Wirkung aus. Das zeigt, wie wichtig es ist, herauszufinden, was Menschen tatsächlich bewegt, um sie zum Handeln anzuregen.
Der Austausch hat uns ausserdem gezeigt, dass der ökologische Wandel nicht nur von Technologien oder staatlicher Politik abhängt, sondern ebenso von Geschichten, Vertrauen und menschlichen Beziehungen. Die zentrale Frage, die sich jetzt stellt, lautet: Wie wollen wir gemeinsam die Zukunft erzählen?
Wir danken den Partner:innen des One Planet Lab herzlich für ihre Teilnahme an diesem SIRC und freuen uns darauf zu sehen, wie die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt werden: Gastrofutura, Podcastschmiede, négaWatt, GreenUp, Rethink & React, $hare, Naturhistorisches Museum Bern, Impact Hub Zürich, Communauté électrique locale (CEL), eco-val AG, Kardendorf, CEC Suisse, Quatrième Mur/ Second Degré, Protein Transition Switzerland.
Wir bedanken uns bei Chantal Peyer vom Hub des Possibles für die engagierte Moderation!





















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