• Caroline Mayer

Kollaboration

Das Ziel

Kollaboration ist die Zusammenarbeit. Genauer betrachtet ist die Kollaboration das «Wie» des Arbeitens, denn bevor das Arbeiten losgeht, sollte definiert werden, wie die Zusammenarbeit aussehen wird. Die Art und Weise der Kollaboration ist eine Praxis, es ist nicht ein Element, welches man einfach mal so eingeführt und abgehakt hat – es soll aktiv gestaltet werden, ist fundamental wichtig in allen Projekten und muss strukturell angepasst und verankert werden. Es sollen gemeinsam Themen weiterentwickelt werden, die den Menschen wichtig sind und ihnen einen Anreiz geben, Themen gemeinsam anzugehen. Die Kollaboration ist ein Mittel zum Zweck, aber auch ein Zweck in sich, denn die Art und Weise wie man zusammen arbeitet ist genauso wichtig wie die Lösung oder die Auswirkung, welches die Zusammenarbeit letztendlich erweckt.


Man kann die Kollaboration aus zwei verschiedenen Blickwinkeln anschauen: die äussere Seite und die innere Seite. Durch diese Aufteilung kann es gelingen, bestimmte Angelegenheiten von Emotionen zu trennen und mögliche Spannungen auseinanderzuhalten.


Die äussere Seite der Zusammenarbeit

Diese Seite der Zusammenarbeit beschäftigt sich mit der Frage Wie strukturieren wir uns? Sie beinhaltet Prozesse, Rollen und Entscheidungsfindungen.

  • Bei der Struktur gilt es sich diese gut zu überlegen, aktiv anzugehen und eine möglichst selbstlernende Struktur zu kreieren, die auf die weiteren Bedürfnisse angepasst werden kann. Wichtig ist dabei auch, dass die Struktur zum Unternehmen passt.

  • Trotzdem sollte der Mut da sein zum Experimentieren, um die Strukturen zu finden, die den Bedürfnissen und Expertisen der Mitarbeitenden entsprechen und innerhalb der die besten Resultate zustande kommen.

  • Es braucht Debriefings und Prozessanalysen, dass eine Infrastruktur geschaffen wird, worin man operiert und auch laufend Anpassungen anbringen kann. Hierfür braucht es eine Person, in der Rolle einer Leitfunktion.

Die innere Seite der Zusammenarbeit

Diese Seite der Zusammenarbeit beschäftigt sich mit der Frage Wie wollen wir zusammen sein? Sie beinhaltet Werte, Kultur und Vision. Die innere Ansicht ist auf die menschlichen Aspekte gerichtet. Bis anhin gewinnt diese Ansicht der Kollaboration wenig Aufmerksamkeit, trotzdem ist sie die Basis einer guten Zusammenarbeit, denn:

  • Die Zusammenarbeit fängt immer beim Individuum an; es ist entscheidend, ob ich meine Gegenüber als Partner oder als potenzielle Gegner sehe. Das Kollektiv kann nicht stimmig sein, wenn auf der individuellen Ebenen die Werte und Kultur nicht passen.

  • Ein Individuum hat einen starken Fokus darauf seinen eigenen Platz zu finden: Fühle ich mich hier wohl? Kann ich mich hier mit meinen Werten und Stärken einbringen? Nur wenn das bejaht wird, können Individuen auch effektive Mitarbeiter sein.

  • Das Kollektiv ist stimmig dann, wenn Fragen wie: wie kommunizieren wir miteinander? Was sind unsere Werte? Was ist unser Werteversprechen? Warum gibt es uns eigentlich? beantwortet werden können.

  • Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Vertrauen und guter Performance. Vertrauen ist entscheidend für die Kollaboration und kann nicht einfach so definiert werden. Wenn Vertrauen auf individueller Ebene nicht vorhanden ist, kann es auch nicht auf kollektiver Ebene exisitieren - Vertrauen braucht eine fortlaufende Investition von allen.

  • Psychologische Sicherheit entsteht, wenn das Individuum das Empfinden hat, dass es heikle Themen und unangenehme Wahrheiten ansprechen kann und Fehler eingestehen kann, ohne dass es sich um seinen Platz im Unternehmen fürchten muss. Die psychologische Sicherheit muss gegeben sein, damit Teams performen können.

Was braucht es zum Kollaborieren?

Radical Collaboration ist eine Methode zum Aufbau von Vertrauen bei der Arbeit, um Effektivität, Produktivität, Innovation und Agilität zu verbessern. Sie hebt fünf wichtige Pfeiler hervor, die es für das Gelingen der Zusammenarbeit braucht:

  • Die Absicht kollaborativ zusammen zu arbeiten (Ich will gemeinsam was erreichen)

  • Die Offenheit (Psychologische Sicherheit und das Erzeugen eines Umfelds, welches Anderen erlaubt offen zu sein)

  • Die Selbstverantwortung (für eigene Entscheide)

  • Das Bewusstsein für sich selbst und andere (eigene Muster, Stärken, Präferenzen und die der anderen Mitarbeiter kennen)

  • Die Interessen-basierte Handlungsführung (möglichst viele Interessen von den verschiedenen Parteien miteinbeziehen und nicht Positionen einnehmen, ohne auf einzelne Interessen einzugehen)


Schau dir das Erklärvideo an!

Dieses Erklärvideo ist in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Graubünden und das Institut für Multimedia Production entstanden.

 

Weitere Unterlagen zu diesem Thema findest du hier:


🎥 Videos

📃 Artikel, Studien und Literatur

🎧 Podcasts


🎥 Ein Ted Talk von Jim Tamm zu radical Collaboration.


📃 Mit dem Team Canvas von MURAL können innere und äussere Ansichten der Kollaboration definiert werden.


📃 Der Practical Guide to Sociocracy definiert diese Organisationsform und die dazugehörenden Prinzipe und Konzepte und zeigt den Mehrwert dieser Struktur für Unternehmen auf.


📃 Die fünf Pfeiler der Zusammenarbeit von Radical Collaboration sind hier genauer zusammengefasst.


📃 Hier wird auf die Sprache der Kollaboration eingegangen.


📃 Das Paper von Collaboratio Helvetica zu Kollaboration und Teams.


📃 Das Paper von Collaboratio Helvetica zu Dialog.


📃 Hier gibt es Tipps für den Onlinedialog.


📃 Ein Guide für das erfolgreiche Durchführen von interaktiven Online-Events.


📃 Der Praxisleitfaden zu Soziokratie


Collaboratio Helvetica bietet ein neunmonatiges Zukunft-Labor: ein erfahrungsorientiertes Training, das aktuelles Wissen aus Transformationsforschung und Methodenkompetenz vermittelt und praktische Unterstützung für die Arbeit der Catalysts bietet.



Im Rahmen dieses Artikels wurde mit Severin Von Hünerbein, Euphoric Business Enabler, Catalyst Lab Program Coordination, Hosting & Desing co-lead gesprochen.