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Kreislaufwirtschaft


Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft

Unsere Wirtschaft ist geprägt durch eine Wegwerfmentalität. Das führt jedoch zu negativen Umweltauswirkungen bei der Ressourcengewinnung, der Produktnutzung und der Beseitigung von Abfällen. Dieser Status Quo wird von der Ellen MacArthur Stiftung folgenderweise umschrieben: «Wir holen Rohstoffe aus dem Boden, um daraus Produkte zu machen, die wir wegwerfen, sobald wir sie nicht mehr brauchen: nehmen – herstellen – wegwerfen. Das nennt sich lineare Wirtschaft, und die gilt es zu verändern.»


Das lineare Wirtschaftssystem

Quelle: BAFU Magazin «die Umwelt» 4/2019 – Nichts geht verloren


Die Kreislaufwirtschaft verwandelt das lineare Modell in ein zirkuläres Modell. In diesem ganzheitlichen Ansatz wird der gesamte Kreislauf betrachtet: von der Rohstoffgewinnung über die Design-, Produktions-, Distributions- und Nutzungsphase bis hin zum Recycling.


Die Europäische Kommission beschreibt eine kreislauforientierte Wirtschaft, als eine Wirtschaft in der der Wert von Produkten, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich erhalten bleibt und das Abfallaufkommen minimiert wird. Es ist ein wesentlicher Beitrag dazu, eine nachhaltige, kohlenstoffarme, ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft zu entwickeln.


Die Kreislaufwirtschaft

Quelle: BAFU Magazin «die Umwelt» 4/2019 – Nichts geht verloren


Ein vernetzter Kreislauf an Stelle von Recycling

Eine Kreislaufwirtschaft ist nicht einfach eine Wirtschaft, die weniger Abfall produziert, weil sie recycelt. Die Ansätze einer Kreislaufwirtschaft sind weitläufiger als das und müssen deshalb auch früh und flächendeckend in den gesamten Kreislauf und darüber hinaus integriert werden. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft setzt die Relevanz der Kreislaufwirtschaft in zusätzlichen Bereichen wie zum Beispiel Kompetenzförderungen, wirtschaftlicher Innovationsförderung, Kooperation und auch Digitalisierung voraus.


Vier Strategien

Narrowing heisst, dass für die Entwicklung und Produktion einer bestimmten Dienstleistung weniger Vorprodukte, Komponenten, Materialien und Energie eingesetzt werden. Ein Beispiel hiervon ist die Herstellung eines pflanzlichen Burgers. Im Vergleich zum Rindfleischburger benötigt die pflanzliche Alternative weniger Land, Wasser und CO2 und hat somit geringere Auswirkungen auf die Umwelt. Oder ein anderes Beispiel: eine leichtere Verpackung mit den gleichen Schutzfunktionen, die aber aus weniger Materialien produziert wird.


Closing bedeutet, dass das Produktionsmaterial und Nach-Gebrauchs-Abfälle den Weg zurück in den Wirtschaftskreislauf finden, entweder durch Recycling oder Cascading. Ein Beispiel hiervon ist ein Kleiderladen, der seine Kunden dazu auffordert, alte und schon abgenutzte Kleidung zurückzubringen, in dem der Laden mit einem Rabatt auf den nächsten Einkauf wirbt.


Slowing bedeutet, dass Produkte, Komponenten und Materialen länger benutzt werden. Dies wird möglich, wenn die Lebensdauer der Produkte verlängert wird oder aber indem Produkte repariert, wiederverwendet oder durch mehrere Personen genutzt werden. Beispiele hiervon sind Pfannen aus Gusseisen, die eine längere Lebensdauer haben als andere Pfannen. Oder eine Plattform, die Konsumgüter in wiederverwendbaren Verpackungen liefert und bei jeder Neulieferung die Verpackungen abholt, reinigt und wiederverwendet. Anstelle des klassischen Recyclings ist aus ökologischer Sicht das Wiederverwenden von Produkten fast immer besser.


Regenerating bezieht sich auf einen biologischen Kreislauf: alles, was mit nachwachsenden Rohstoffen zu tun hat (Wolle, Gemüse, Böden, usw.) und auf saubere Weise (d.h. ohne giftige Produkte/ohne Vermischung mit technischen Stoffen) in die Erde zurückgeführt werden kann. Beispiele hierfür sind das Ersetzen von synthetischen Pestiziden durch biologische Pestizide die für Mensch, Tier und Umwelt nicht schädlich sind. Oder auch das Verwenden von erneuerbaren Energien im Produktionsprozess.



Quelle: A Tool to Analyze, Ideate and Develop Circular Innovation Ecosystems


Die politischen Rahmenbedingungen

Eine Kreislaufwirtschaft braucht einen unterstützenden Rahmen – es braucht eine Politik der Kreislaufwirtschaft, die es den Akteuren ermöglicht, sich hin zu einer Kreislaufwirtschaft zu innovieren. In der Schweiz trägt Circular Economy Switzerland mit wissenschaftlich fundierten, transparenten und öffentlich zugänglichen Beiträgen zur politischen Debatte auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene bei. Bis dato sind folgende sieben politische Leitlinien dargelegt:

  1. Weg vom «Abfallmanagement» hin zu Ansätzen des Materialmanagements

  2. Die Option mit der höheren Werterhaltung bevorzugen

  3. Ausweitung der Produzentenverantwortung

  4. Verbesserung von Transparenz und Information

  5. Einführung innovativer Modelle in öffentlichen Beschaffungswesen

  6. Streben nach politischer Integration

  7. Ziele und Vorgaben festlegen und Multi Stakeholder-Prozesse aufbauen

Hier sind die politischen Lietlinien von Circular Economy Switzerland detailliert erklärt.

 

Weitere Unterlagen zu diesem Thema findest du hier:


🎥 Videos

📃 Artikel, Studien und Literatur

🎧 Podcasts


🎥 Der YouTube- Kanal von Ellen McArthur enthält viele informative Videos und Experten-Interviews zum Thema Kreislaufwirtschaft.


🎧 Der Podcast «Circular Economy Podcast» von Catherine Weetman.


🎧 Der Podcast «The Circular Economy Show» von der Ellen McArhtur-Stiftung.


📃 Im BAFU-Magazin «Die Umwelt» 4/2019 – Nichts geht verloren erfährt man mehr über die Kreislaufwirtschaft und wie sie gut für Unternehmen und Umwelt sein kann.


📃 Das Whitepaper von PwC Schweiz und dem WWF Schweiz diskutiert die Chancen der Kreislaufwirtschaft in Bezug auf verschiedene Schweizer Wirtschaftssektoren.


📃 In einer Broschüre von Circular Economy Transition werden Prinzipien, Aktivitäten, Geschäftsmodelle und Denkweisen einer Kreislaufwirtschaft durchleuchtet.


📃 Die Studie A Tool to Analyze, Ideate and Develop Circular Innovation Ecosystems zeigt, wie man eine Kreislaufwirtschaft implementieren kann.


📃 Hier sind die politischen Lietlinien von Circular Economy Switzerland detailliert erklärt.

📃 In einem Whitepaper von sanu durabilitas und digitalswitzerland liest man über das Zusammenspiel von Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft lesen.


📃 Die Wissenstransfer-Notizen von sanu durabilitas dienen primär dazu, die Resultate aus dem LACE-Forschungsprojekt einem nicht-wissenschaftlichen Publikum zugänglich zu machen.


📃 Im EU action plan for circular economy wird aufgezeigt, wie die EU den Übergang zur Kreislaufwirtschaft gestalten will.


📃 Das Buch von Walter R Stahel: The Circular Economy. A users guide.


📃 Das Buch von Miguel Brandão, David Lazarevic und Göran Finnveden: Handbook of the Circular Economy.


Auf Circular Economy Switzerland ist man laufend informiert zu Neuigkeiten und Events zu Kreislaufwirtschaft in der Schweiz.




Im Rahmen dieses Artikels wurde mit Nils Moussu, Programmverantwortlicher Kreislaufwirtschaft, sanu durabilitas gesprochen.