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Manifest: Keine-50-Grad-Sommer!

Autorenbild: One Planet Lab
One Planet Lab
vor 1 Tag
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 12 Stunden

Extremtemperaturen, Dürren, heftige Gewitter: Der Sommer 2026 zeigt die Folgen der Klimakrise und unsere mangelnde Vorbereitung darauf auf erschreckende Weise. Bei den Klimademos im September 2026 fordern wir eine sozial gerechte Transformation unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, die Klimaschutz, Gesundheit, soziale Sicherheit und globale Verantwortung miteinander verbindet.


Visual: One Planet Lab
Visual: One Planet Lab

Wir fordern, dass:


  • alle Leben geschützt werden, insbesondere die verletzlichsten

  • das Wirtschaftssystem grundlegend verändert wird, um die Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren

  • die Klimakrise auf politischer, finanzieller, sozialer und wirtschaftlicher Ebene mit höchster Priorität behandelt wird


Extremtemperaturen, Dürren, heftige Gewitter: Der Sommer 2026 zeigt die Folgen der Klimakrise und unsere mangelnde Vorbereitung darauf auf erschreckende Weise. In der Schweiz leiden besonders strukturell benachteiligte Menschen direkt unter der Hitze, sei es bei der Arbeit oder Zuhause. Aber die Klimakrise trifft nicht nur die Schweiz: Es ist eine globale Krise, die die Lebensgrundlagen gefährdet und alle Lebewesen weltweit bedroht.


Das ist erst der Anfang: Ohne systematischen Wandel könnte die Schweiz im Sommer 2050 an Temperaturen um die 50°C herankommen (Klimaszenarien MeteoSchweiz). Weltweit sind bereits heute Gebiete nahezu unbewohnbar. Wir weigern uns, diese lebensfeindliche Welt und bedrohlichen Zukunftsperspektiven hinzunehmen.


Eine sozial gerechte Transformation unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems ist notwendig, die Klimaschutz, Gesundheit, soziale Sicherheit und globale Verantwortung miteinander verbindet.


Hier gibt es mehr Infos und Daten zu den Demonstrationen in der Deutschschweiz und in der Romandie.


Demoaufruf: Keine-50-Grad-Sommer
25. September 2026, 17:00–19:00 UhrZürich, Bern, Basel, Luzern und viele mehr
Jetzt anmelden


Wir brauchen einen Systemwandel. Ursachen angehen statt nur Symptome zu bekämpfen.


Für das Wirtschaftswachstum werden Menschen und Tiere unterdrückt, Ökosysteme geplündert – im Wissen dass unendliches Wachstum unvereinbar ist mit den endlichen Ressourcen unseres Planeten.


Um Wachstum und Zugang zu "vermeintlich notwendigen" Ressourcen zu sichern, werden Kriege begonnen, Regierungen gestürzt, Menschen vertrieben und wirtschaft-

liche Zwangsmittel eingesetzt. Die Rüstungsindustrie und private Unternehmen im Bereich Sicherheit und Überwachung erzielen Milliardengewinne.


Wir fordern Transparenz über die Klima- und Umweltfolgen von Militär, Rüstungsproduktion und Kriegen sowie ein Umdenken in der Sicherheitspolitik: Statt Aufrüstungswahn braucht es eine konsequente Stärkung von Diplomatie, Friedensförderung und ziviler Konfliktprävention.


Bislang fehlen in der Schweiz die politischen Antworten, um der Lage gerecht zu werden. Werden die sogenannt ver brauchsbasierten Emissionen im Ausland mitberücksichtigt, nehmen die Schweizer Emissionen weiterhin zu. Dazu kommen die vom Schweizer Finanzplatz verursachten Emissionen, die noch ein Vielfaches höher sind. Klimaziele werden zu niedrig gesteckt und dennoch nicht erreicht.


Und schlimmer noch: Unter dem Druck von rechten Kräften und der fossilen Lobby, verkörpert durch Bundesrat, Umweltminister und (Ex-)Öllobbyist Albert Rösti, wird Klimaschutz zurückgedrängt. Zwar sind dank zivilgesellschaftlicher Mobilisierungen Klimapläne entstanden, doch sie bleiben unzureichend, werden verzögert, abgeschwächt und durch die aktuellen politischen Mehrheiten ignoriert – und das,

obwohl laut Umfragen die Klimakrise an zweiter Stelle des Sorgenbarometers der Schweizer*innen steht.


Wir brauchen jetzt einen echten Notfallplan: Ein Ausstieg aus fossilen Energieträgern muss jetzt zustande kommen, um die Bewohnbarkeit unserer Erde zu erhalten.


Ein notwendiger Aufbruch


Gleichzeitig müssen wir uns gegen die unvermeidbaren Auswirkungen wappnen. Quartiere, Wohnungen, Arbeitsräume und öffentliche Räume müssen an Klimaveränderungen angepasst werden. Es müssen Entscheidungen durchgesetzt werden, die der Dringlichkeit der Lage gerecht werden.


  1. Der globalen Verantwortung der Schweiz für Klimaschutz gerecht werden und denFinanzplatz klimaverträglich ausrichten


Die direkt im Inland verursachten Emissionen sind nur ein kleiner Teil unserer tatsächlichen Klimawirkung. Mit dem Import von Konsumgütern, mit unserem Finanzplatz und als Sitz einer Vielzahl multinationaler Unternehmen: Die Schweiz trägt eine grosse Verantwortung für die globalen Emissionen. Wir fordern u.a.:

  • Die Stärkung und Beschleunigung der Klimapläne, die rasche Verabschiedung ambitionierter kantonaler Klimagesetze, das Verbot von Öl- und Gasheizungen per 2035 und die Einführung einer Notfall-Governance.

  • Eine nationale Strategie zur Reduktion der Emissionen, die mit unseren Importen verbunden sind.

  • Sofortiger Stopp der Finanzierung der Expansion fossiler Treibstoffe und der

    Zerstörung von Ökosystemen durch den Schweizer Finanzplatz (inkl. Versicherungen und Pensionskassen) zugunsten nachhaltiger und menschenrechtskonformer Investitionen.

  • Die globale Klimaverantwortung der Schweiz wahrnehmen: mit einer deutlich höheren Unterstützung für Transformation und Anpassung im Globalen Süden, einem fairen Beitrag zum Fonds für Verluste und Schäden sowie einem solidarischen Engagement in IWF und Weltbank.

  • Das Ende des Steuerwettbewerbs: Keine Ansiedlung multinationaler Unternehmen mehr, ohne deren ökologische und soziale Verantwortung sicherzustellen.


  1. Unsere Lebensgrundlagen schützen und natürliche Ökosysteme stärken


Angesichts extremer Klima- und Wetterereignisse als Folge der Klimakrise ist die Natur unsere engste Verbündete. Wälder, Böden, Gewässer, Gletscher und Grünflächen kühlen unsere Städte und Dörfer, nehmen überschüssiges Wasser auf, speichern Kohlenstoff und beherbergen Biodiversität. Fauna und Flora müssen geschützt werden. Wir fordern u.a.:

  • Die konsequente Renaturierung von Flüssen, Bächen, Auen und Feuchtgebieten zur Stärkung des Hochwasser-, Hitze- und Biodiversitätsschutzes.

  • Den langfristigen Schutz und klimaresilienten Umbau der Schweizer Wälder durch naturnahe Bewirtschaftung und Förderung standortgerechter Artenvielfalt.

  • Mindestens 30 Prozent der Landesfläche wirksam als Biodiversitätsförderflächen und Schutzgebiete sichern und ökologisch vernetzen.

  • Den konsequenten Schutz fruchtbarer Böden sowie einen Stopp ihrer weiteren Versiegelung und Zerstörung.

  • Eine nationale Offensive zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und zur Förderung der Biodiversität in Siedlungs-, Landwirtschafts- und Naturräumen.


  1. Landwirtschaft und Ernährungssystem konsequent auf Resilienz, Gesundheit, Ernährungssicherheit und ökologische Nachhaltigkeit ausrichten


Dürren, Hagel, Überschwemmungen... die Schweizer Landwirtschaft, bereits stark unter Druck, ist heute existenziell bedroht. Eine resiliente bäuerliche Landwirtschaft ist unverzichtbar, um eine gesunde und nachhaltige Ernährung zu gewährleisten. Eine Landwirtschaft, die Klima, Böden, Tierwohl und Biodiversität schützt, sowie faire Löhne ermöglicht. Wir fordern u.a.:

  • Einen Plan für Ernährungssouveränität, der ein würdiges Einkommen für Landwirt:innen garantiert, der einen besseren Gesundheitsschutz der Landwirt:innen

    beinhaltet und der Tiere und Pflanzensorten vor den Folgen der Klimakrise schützt.

  • Die konsequente Ausrichtung der Landwirtschaftspolitik auf die Förderung einer

    resilienten Landwirtschaft: z.B. Humusaufbau, um Bodenfruchtbarkeit, Wasserspeicherung und Kohlenstoffspeicherung zu stärken; die Abhängigkeit von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln beenden und der Anbau hitze- und trockenheitsresistenter Pflanzensorten.

  • Die Förderung pflanzlicher Proteinquellen, um die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft und die Überdüngung einzudämmen und die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

  • Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung, um unnötige CO2- Emissionen, Biodiversitätsverlust und Land- und Wasserverbrauch zu vermeiden.

  • Ausrichtung der Handelsinstrumente und Wettbewerbsregeln auf die Förderung nachhaltiger, gesundheitsfördernder und gerechter Ernährungssysteme; Stopp von Freihandelsabkommen (Mercosur usw.), die Nachhaltigkeitsprinzipien nicht respektieren und die lokale Landwirtschaft gefährden.


  1. Weg von fossil, hin zu klimafreundlicher und zugänglicher Mobilität für alle


In der Schweiz ist der Verkehr der emissionsstärkste Sektor und auch der einzige, dessen Emissionen nicht sinken. Der Flugverkehr wächst sogar ungebremst. Wir fordern u.a.:

  • Verbindliche Ziele zur Reduktion des motorisierten Verkehrs dank massivem Ausbau von Fuss- und Veloinfrastruktur.

  • Den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und attraktiver, bezahlbarer und sichtbar beworbener Reisealternativen zum Fliegen, die für alle erschwinglich sind, insbesondere internationale Verbindungen.

  • Die Raumplanung konsequent am Prinzip der kurzen Wege auszurichten und die 15-Minuten-Stadt fördern.

  • Den raschen Ausstieg aus fossil-betriebenen Fahrzeugen, Ende aller indirekten Subventionen für fossil-betriebene Autos sowie Aufbau von Ladestationen für Mietende beschleunigen.

  • Das Verbot von Privatjets, die drastische Begrenzung des Flugverkehrs, eine Ausweitung des Nachtflugverbotes und strenge Standards für die Klimawirkung der Luftfahrt (Ende aller indirekten Subventionen für die Luftfahrt, eine verursachergerechte Flugticketabgabe, rasch steigende Quoten für synthetische Treibstoffe aus erneuerbaren Energien, Vermeidung von Kondensstreifen, etc.).


  1. Stopp von umwelt- und gesundheitsschädlichen Grossprojekten


Wir müssen allen Projekten ein Ende setzen, die unsere CO2-Emissionen erhöhen, unsere Gesundheit gefährden, uns abhängiger von fossilen Energien machen und uns durch die Zerstörung von Wäldern, Böden und landwirtschaftlichen Flächen verletzlicher gegenüber Klimarisiken machen. Wir fordern u.a.:

  • Den Stopp von Autobahn- und Flughafenausbauten.

  • Keine neuen Atomkraftwerke! Alle AKW bei extremer Hitze oder Wassermangel abschalten und den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorantreiben.

  • Den Stopp des Baus neuer Gaskraftwerke als Reservekraftwerke.

  • Ein Moratorium für neue Kiesgruben und Rechenzentren.

  • Das Verbot von Werbung und Sponsoring, sowie das Ende von Subventionen für umweltschädliche Produkte und Dienstleistungen.


  1. Genügend Geld für Klimaschutz und Klimaanpassung – eine gerechte Transformation


Die Begrenzung der Klimakrise und die Anpassung daran erfordern erhebliche Investitionen. Diese müssen möglichst verursachergerecht finanziert werden. Wir fordern u.a.:

  • Das Ende der verfehlten Sparpolitik bei Zukunftsinvestitionen, damit ausreichend Mittel für die ökologische Transformation unter anderem im Service Public bereitstehen.

  • Die Schaffung eines Klimafonds, um Klimamassnahmen zu beschleunigen und zu stärken.

  • Eine verursachergerechte Steuer auf

    – Gewinne von Unternehmen und Banken, die ihr Geld mit fossilen Energien verdienen,

    – auf sämtliche Treibhausgasemissionen,

    – sowie auf sehr hohe Einkommen und Vermögen,

    um Klimapolitik und Klimafonds zu finanzieren.

  • Die Einführung von Krediten mit differenzierten Zinssätzen, die umweltverträgliche Projekte begünstigen und klima- und naturschädigende Aktivitäten benachteiligen.

  • Eine sofortige sozial gerechte Transformation hin zu einem Wirschafts- und Gesellschaftssystems, das Klimaschutz, soziale Sicherheit, Wohlergehen und globaleVerantwortung miteinander verbindet.


  1. Die Arbeitswelt an die Klimakrise anpassen und den Schutz der Gesundheit aller Beschäftigten verbindlich verankern

 

Spitäler, Schulen, Kitas, Baustellen, Werkstätten, Küchen und Büros verwandeln sich in Glutöfen und gefährden die Gesundheit der Arbeitnehmer*innen sowie der Menschen, die auf diese Dienstleistungen angewiesen sind. Arbeitgeber*innen haben die Verantwortung, ihr Personal zu schützen. Wir fordern u.a.:

  • Verbindliche Massnahmen zum Schutz der Gesundheit, bis hin zu hitzefrei.

  • Eine Aufstockung des Personals, um (bezahlte) Pausenzeiten zu erhöhen.

  • Ein Recht auf garantierten Lohn bei Arbeitsunterbruch oder bei der Betreuung von Personen mit Unterstützungsbedarf.

  • Schutz vor Überhitzung der Schulen, Altersheime, Kitas, Spitäler, usw. unter Bevorzugung ökologischer Lösungen. Die Massnahmen sollen sich am WBGT-Hitzeindex orientieren und regelmässige Messungen der Hitzebelastung am Arbeitsplatz vorsehen.

  • Die Arbeitswelt zukunftsfähig zu gestalten: durch den Ausbau von Arbeitsplätzen in Care-, Bildungs-, Gesundheits-, Umweltberufen sowie Einführung eines Transformations-Fonds für Umschulungen und Weiterbildungen.


  1. Sofortiger Hitzeschutz durch angepasste Wohn- und Erholungsräume


Keine überhitzten Quartiere, keine Betonhöfe, keine Hitzeinseln. Alle Menschen in der Schweiz brauchen die gleichen Chancen, vor Hitze geschützt zu sein. Für ganzjährig lebenswerte Lebensräume fordern wir u.a.:

  • Einen Hitzeaktionsplan zum gesundheitlicher Schutz der Bevölkerung mit klare Warnstufen und automatisch greifenden Massnahmen wie Schattenangebote, flächendeckende Trinkwasserversorgung, Kommunikationsstrategien bei Hitzewellen sowie gezielter Unterstützung vulnerabler Gruppen.

  • Kostenlose, für alle zugängliche kühle und schattige Orte während starker Hitzeperioden (Klimarefugien) inkl. einem breiten öffentlichen Zugang zu Seen und Flüssen zur Abkühlung bei gleichzeitigem Schutz von Ökosystemen und Tieren.

  • Die vorrangige energetische Sanierung schlecht gedämmter Gebäude und die dringende Umsetzung direkter Abkühlungsmassnahmen (wirksame Storen/Läden, helle Fassaden und Dächer usw.) inkl. Schutz vor überhöhten Mietzinserhöhungen nach Sanierungen.

  • Die rasche Begrünung von Städten und Dörfern mit verbindlichen Grünflächenquoten und Baumschutz.

  • Den Aufbau echter Schwammstädte durch verbindliche Entsiegelungsziele (Schulhöfen, Parkplätze, Strassen), mehr Stadtgrün und die flächendeckende Speicherung von Regenwasser.



Hier kannst du das Manifest als PDF herunterladen:



 
 
 

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