Die planetaren Grenzen und ihre Bedeutung


Was sind die planetaren Grenzen?


Die Art, wie wir Menschen mit den natürlichen Ressourcen umgehen, stellt eine grosse Belastung für unsere Umwelt dar und bringt viele Ökosysteme an ihre Grenzen. Da wir ohne diese Ökosysteme – wie saubere Luft oder fruchtbare Böden – nicht leben können, gefährden wir so unsere eigene Zukunft. Das Konzept der planetaren (Belastungs-) Grenzen bezeichnet den Handlungsspielraum für den Menschen (siehe Grafik) . Innerhalb dieser neun Grenzen können sich die Menschen bewegen und handeln, ohne die für uns überlebenswichtigen Umwelt-Systeme zu gefährden. Eine Intakte Natur und eine stabile Umwelt sind somit gewährleistet. Mittlerweile wurden vier von diesen neun Grenzen überschritten, regional sind es teilweise sogar noch mehr.

Was passiert genau, wenn eine solche Grenze überschritten wird?


Die planetaren Grenzen zeigen bestimmte Schwellwerte auf. Werden diese überschritten, können Ökosysteme nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Der Fortbestand der Menschheit ist dann gefährdet und schwerwiegende globale Umweltveränderung werden verursacht. Die Landwirtschaft braucht beispielsweise in vielen Regionen übermässig viel Dünger. Gelangt dieser in Gewässer führt das zu einem Fischsterben oder Abwandern der Fische in andere Gewässer.


Gibt es ein Zurück?


Dies kommt sehr auf den jeweiligen Prozess an. So bewirkte beispielsweise das Verbot der FCKW-Gase im Jahr 1989, dass sich die Ozonschicht erholen und sich das Ozonloch stetig verkleinern konnte.

Bei einigen Prozessen gibt es jedoch so genannte Kippelemente. Werden sie überschritten, wird eine (zumindest scheinbare) plötzliche Veränderung ausgelöst, die sehr schwer bis gar nicht rückgängig gemacht werden kann. Nehmen wir das Beispiel von Permafrostböden. Diese Böden haben über Jahrtausende Methan und Kohlenstoffdioxid eingelagert. Durch die Klimaerwärmung tauen diese Böden auf und über wenige Jahre wird das eingelagerte Methan und Kohlenstoffdioxid freigesetzt, was das Klima zusätzlich belastet. Selbst wenn es wieder kälter würde, würde es Jahrtausende dauern, bis diese Böden die gleiche Menge an Methan und Kohlenstoffdioxide wieder eingelagert hätten.


Weitere Unterlagen zu diesem Thema findest du hier:


🎥 Videos

📃 Artikel, Studien und Literatur

🎧 Podcasts


🎥 Das Video Die planetaren Belastbarkeitsgrenzen – und was sie für die Zukunft der Menschheit bedeuten illustriert das Konzept der planetaren Belastbarkeitsgrenzen


🎥 Johan Rockström, der Wissenschaftler hinter den planetaren Belastbarkeitsgrenzen, stellt das Planetary Boundaries Framework beim TED Global 2010 vor


📃 Im Artikel Planetary boundaries: Guiding human development on a changing planet wird den dringenden Bedarf eines Paradigma wechsels diskutiert


📃 Die Studie A safe operating space for humanity bespricht wie wichtig die Identifizierung und Quantifizierung der planetarer Grenzen ist, damit menschliche Aktivitäten nicht zu inakzeptablen Umweltveränderungen führen


📃 Die Studie Doughnut economics: 7 Ways to Think Like a 21st Century Economist geht der Frage nach, was passieren würde, wenn man eine Ökonomie aufbauen würde, welche die langfristigen Ziele der Menschen verfolgt


📃 Die Studie The Boundaries of the Planetary Boundary Framework: A Critical Appraisal of Approaches to Define a “Safe Operating Space” for Humanity diskutiert kritisch das Konzept der planetaren Grenzen


📃 Die Studie Umwelt-Fussabdrücke der Schweiz 1996-2015 geht auf die konsumbedingte Umweltbelastung der Schweizer ein


🎥 In dieser Diskussion am WEF stellt Johan Rockström das Konzept der planetaren Grenzen vor

📃 Schau dir die Webseite des Stockholm Resilience Centre an um mehr über die planetaren Grenzen zu erfahren