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WickelArt: Wollwindeln, made in Switzerland

WickelArt wurde von Sabina Minder ins Leben gerufen. Sie ist als Mehrfach-Mama davon überzeugt, dass wir mit unseren Kindern natürlicher, achtsamer und auch umweltbewusster umgehen sollten. Somit hat sie sich in diversen Themen rund um die achtsame und natürliche Babypflege ausbilden lassen und hat die Windel aus Wolle entworfen. Nachhaltigkeit ist ihr dabei sehr wichtig. Sabina achtet auf die Herkunft und Zertifikate der verwendeten Stoffe und betreibt auch Upcycling von Wollkleidern. Sie ermöglicht ein Maximum an Nachhaltigkeit beim Wickeln! Wir haben mit Sabina von WickelArt gesprochen.


Wer seid ihr?


Sabina: WickelArt ist ein kleines Startup-Unternehmen aus dem Luzerner Hinterland. Inhaberin und Gründerin bin ich, Sabina Minder, Mehrfachmama und ursprünglich aus dem Marketing-Berufsfeld kommend. Ich nähe die Wollwindeln und das Zubehör selbst und werde ganz neu von kleinen Subunternehmerinnen durch Näharbeiten unterstützt. Einige Arbeitsschritte, besonders das Zuschneiden des Stoffes, werden von der Stiftung Brändi übernommen. Auch die Familie leistet in Hintergrund unersetzbare Dienste, sei es bei der Produktion, beim Pakete ausliefern, oder ganz einfach für die Betreuung unserer Kinder während der Arbeit.



Sabina von WickelArt

Sabina von WickelArt produziert moderene Stoffwindeln aus Wolle



Was macht WickelArt?


Sabina: Wir produzieren in der Schweiz moderne Stoffwindeln aus dem Naturmaterial Wolle. Wir vernähen hauptsächlich Stoffe in Bio-Qualität oder aus Upcycling-Wolle, welche von ausgedienten und nicht mehr tragbaren Wollpullovern stammt. Diese erhalten wir von der Sammelstelle der Caritas Luzern. Wir sind stolz, jungen Eltern eine nachhaltige und stilvolle Alternative gegenüber der Wegwerfwindel bieten zu können. Damit das Wickeln mit diesen waschbaren Windeln auch sicher klappt, kann man sich bei WickelArt über deren Handhabung beraten lassen. Entweder persönlich vor Ort, Online oder in Gruppenkursen. Wir haben uns zudem an einem Elog-zertifizierten Schulungsprogramm für Hebammen und Fachpersonen für die Anwendung von Stoffwindeln und der nachhaltigen Babypflege beteiligt.


Wie bist du auf die Idee gekommen dich mit nachhaltigen Windeln zu beschäftigen?


Sabina: Da uns der riesige Windelberg bei unseren eigenen Kindern enorm störte und uns zum Nachdenken brachte, musste eine Lösung her. Als leidenschaftliche Näherin entwarf ich Windeln aus dem „Wundermaterial" Wolle mit passenden waschbaren Einlagen aus Baumwolle. Die ersten Prototypen nähte ich aus verschiedenen Wollstoffe, auch aus ausgedienten Kaschmir-Pullovern. Da es so gut funktionierte, kam schnell die Motivation auf, diese nun offiziell herzustellen und zu verkaufen und damit auch anderen Eltern zeigen zu können, dass es auch anders geht, ohne Abfall und grossem Ressourcenverbrauch.


Was möchtest du mit WickelArt erreichen?


Sabina: Wir möchten, dass alle jungen Eltern von der Möglichkeit erfahren, dass es auch eine echte Alternative zu den Wegwerfwindeln gibt und über deren Vorteile und positive Auswirkung bewusst sind. Denn sie sind ganz natürlich und atmungsaktiv, ohne „Plastikschicht“, daher sehr hautfreundlich. Zudem belegen die neusten Studien eine CO2-Ersparnis von bis zu knapp 40% beim Wickeln mit modernen Stoffwindeln gegenüber dem Wickeln mit Wegwerfwindeln (Quelle: Studie zur Nachhaltigkeit von Rezero/ZeroWasteEurope, 2019).


Leider herrschen noch viele Vorurteile gegenüber den heutigen Stoffwindeln. Die meisten denken dabei nur an die umständlichen und voluminösen Systeme von früher. Unsere Wollwindeln sind jedoch sehr schlank geschnitten und die Handhabung ist wirklich sehr einfach. Wir möchten ganz einfach mehr Bekanntheitsgrad erreichen, damit unsere nachhaltigen und in der Schweiz hergestellten Windeln von jungen Eltern sowie auch von Fachstellen gesehen und wahrgenommen werden und damit ein Umdenken angekurbelt wird.


Im letzten Jahr sind in der Schweiz 89’000 Babys zur Welt gekommen, so viel wie seit den 70er-Jahren nicht mehr. Nun kann man sich ausrechnen, wieviel CO2 man ersparen könnte, wenn alle diese Babys mit Stoffwindeln gewickelt werden. Aktuell sind es wohl kaum mehr als 10%.


Wie definiert ihr Erfolg für euch?


Sabina: Wenn Eltern mit Stolz ihre Babys mit unseren Wollwindeln wickeln und diese Begeisterung nach aussen tragen, ist das für uns ein Erfolg. Besonders, wenn dadurch auch andere motiviert werden, auf Wegwerfwindeln zu verzichten und sich für die nachhaltigere Variante entscheiden. Wir sind stolz darauf, durch unsere Produkte wirklich etwas bewirken zu können. Denn pro Kind werden mit Wegwerfwindeln bis zu 1 Tonne Abfall und 550 kg CO2 verursacht.


Welche Pläne und Visionen bestehen?


Sabina: Wir sehen sehr viel Potenzial in unseren Produkten und der Beratungsarbeit. Wir möchten, dass besonders auch Fachpersonen wie Hebammen, Mütter- und Väterberatung oder Kinderärzte über diese moderne Alternative Bescheid wissen und empfehlen, mit modernen Stoffwindeln zu wickeln. Unsere Vision ist, dass das Wickeln mit Stoffwindeln „mainstream“ wird. Dank der Ersparnis von bis zu 40% CO2 und der Reduzierung von bis zu einer Tonne Abfall pro Wickelkind erhält unsere nächste Generation ein kleines Stück unbelastete Natur zurück. Wir unterstützen dies zusätzlich, indem wir pro Bestellung einen Baum pflanzen und das Schweizer Bergwaldprojekt mit einer kleinen Spende unterstützen.


Was war das Lustigste was euch während dem Aufbau eures Konzeptes bzw. Eines Arbeitstages passierts ist?


Sabina: Schon seit Beginn mit WickelArt finde ich es wirklich immer wieder lustig, die Reaktion in den Gesichtern zu sehen, wenn ich gefragt werde, was ich beruflich mache. Denn mit der Antwort „Ich nähe Stoffwindeln“ rechnet eigentlich niemand und vorstellen können sie es sich schon gar nicht. Dann weiss ich, es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns…


Weitere Infos zu WickelArt findest du hier: https://www.wickelart.ch/

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